Spielzeit 2005

Rückblick auf die Spielzeit 2005

"Napoleon lebt" hieß das Stück, das die Moritzen im November 2005 auf der Bühne der Turnhalle des TV Westuffeln aufgeführt haben. Inzwischen sind schon einige Wochen vergangen, aber der Rückblick lohnt sich und wird bei allen, die das Stück gesehen haben, vielleicht auch ein Lächeln hervorrufen, wenn sie an die eine oder andere lustige Szenen zurück denken.

Neun mal war die Turnhalle bestens gefüllt und bei einigen Aufführungen war nicht ein einziger Platz mehr frei. Mit der Komödie "Napoleon lebt" von Martina Worms gab es ein lustiges modernes Spiel um Karl-Franz Jansen, der gemeinsam mit zwei Freunden seine Schwiegermutter und die Nachbarin mal richtig hinters Licht führt. Nach einem nächtlichen nicht sehr freundlich gemeinten Schlag der Schwiegermutter mit einer Bratpfanne auf den Kopf, ließ sich Karl-Franz die Schikanen nicht länger gefallen. Er tat so, als sei er Napoleon, benahm sich kaiserlich und ließ sogar die Puppen tanzen. Der eingeweihte Kumpel Rolf und sein Hausarzt unterstützen ihn tatkräftig. Neben der Schwiegermutter wurden auch die Schwester von Dr. Klug und die neugierige Nachbarin an der Nase herumgeführt. Es sollte die Kaiserkrönung mit Krönungsjungfern geplant werden. So bereiteten Mandy und Daisy aus dem Rotlichtmilieu, die Rolf per Telefon herbeigerufen hatte großes Vergnügen. Und dann gab es auch noch den Pfarrer, der mit Charly, dem Boss von Mandy und Daisy, eine verblüffende Ähnlichkeit hatte. Das brachte nicht nur den herumstöbernden Polizisten aus dem Konzept.

Die Figur des Karl-Franz Jansen füllte Wolfgang Engelbrecht als Paraderolle aus. Er verstand das Wechselspiel zwischen stolzem Kaiser und humorvollem Planer des Streichs. Gegenüber seiner Schwiegermutter, Ehefrau, Psychologin und Nachbarin glaubte man wirklich er sei der Kaiser von Frankreich. Gegenüber seinen eingeweihten Freunden, Rolf und seinem Hausarzt, war die Freude über die geplanten Streiche echt. Mit Lajla Sharbaji stand ein neues Gesicht auf der Bühne. Mit ihrer unvergleichbaren Art, wie sie die dümmliche Daisy aus dem Rotlichtmilieu spielte, begeisterte sie nicht nur das Publikum, sondern auch ihre Mitspieler. Mit dem Lob über die Schauspieler könnte man noch fortsetzen, aber die wurden schon während der Spielzeit von den fröhlichen und begeisterten Zuschauern umfangreich gelobt. Das Lob haben auch alle Helfer verdient, die vor und hinter der Bühne für neun gelungene Theaterabende gesorgt haben. Mit zwölf Schauspielern und einem Regisseur kann man nicht die gesamte Theatersaison organisieren. Es waren vielen hundert Anrufe zur Kartenvorbestellung mit großer Gelassenheit entgegen zunehmen. Die Zuschauer mussten an jedem der Abende an der Kasse empfangen werden. Der Nebenraum wurde mit einzigartigem Ambiente dekoriert und dort die Zuschauer vor, während und nach der Aufführung mit Getränken und Speisen versorgt. Dies wäre ohne die zahlreichen helfenden Hände niemals möglich gewesen. So man denn versuchen würde alle Namen aufzuschreiben, die zur Theatersaison beigetragen haben, würde man dafür eine ganze Seite in diesem Heft benötigen. Es waren sogar ganze Familien für das Gelingen der Veranstaltung mit großem Engagement im Einsatz. Der TV Westuffeln kann stolz darauf sein, neben dem jährlichen Karneval eine so weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannte Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

Ein besonderes Lob, das die Moritzen erhalten haben, muss hier noch wiedergegeben werden. Die Autorin des Theaterstücks war zur Premiere mit ihrem Ehemann zugast und dieser sagte, dass man merkt, dass alle Spaß am Theater haben. Und genau so ist es: Den Moritzen hat es jeden Abend Spaß gemacht, vor dem ausgezeichneten Publikum zu spielen.

Außerdem war es dank Ottmar Pätzold wieder möglich das Theaterstück mit der Videoausrüstung des offenen Kanals Kassel aufzunehmen. So werden die Moritzen wahrscheinlich in dem Sender, der im regionalen Kabelnetz zu empfangen ist, wie auch schon nach dem letzten Stück, zu sehen sein.

Die Theatersaison 2005 war für die Moritzen und den TV Westuffeln wieder ein tolles und erfolgreiches Ereignis. Und es kann schon jetzt auf die Spielzeit der Junior-Moritzen hingewiesen werden, die im Herbst 2006 ein abendfüllendes Stück präsentieren werden, auf das wir uns alle freuen dürfen.

Das Stück

Napoleon lebt

Eine Komödie in drei Akten von Martina Worms


Karl-Franz Jansen (Wolfgang Engelbrecht) hat schon lange die Nase voll von seiner Schwiegermutter Hedwig Frankenstein (Susi Toischer), die ein echter Hausdrachen ist. Doch nicht nur Karl Franz muss nach der Pfeife von Hedwig tanzen, sondern auch dessen Ehefrau Lisbeth (Christine Reichl). Sie wagt kein Widerwort gegen ihre Mutter. Als Karl-Franz eines Nachts vom Stammtisch nach Hause kommt, hat Hedwig den angeblichen Trunkenbold schon erwartet und haut ihm eine Bratpfanne über den Kopf.

Am nächsten Morgen wacht Karl Franz als Napoleon auf und er benimmt sich wie der Kaiser von Frankreich höchstpersönlich. Hedwig bekommt nun große Panik, denn sie hat Angst vor einem Skandal. Und ganz besonders hat sie davor Angst, was wohl die Nachbarn dazu sagen könnten. Sie hat nun einen Schwiegersohn, der denkt, Napoleon zu sein. Nur Lisbeth macht sich ernsthafte Sorgen um den Zustand ihres Mannes.

Und dann taucht auch noch die neugierige und geschwätzige Nachbarin Marlene Stein (Christine Rüddenklau) mit ihrer noch immer unverheirateten nicht minder neugierigen Tochter Kim (Michaela Liese) auf. Die beiden stecken ihre neugierigen Nasen nur zu gerne in fremde Angelegenheiten.

Karl-Franz hat jedoch bei seinem Treiben kräftige Unterstützung von seinem besten Freund Rolf Kleinschmidt (Günther Rüddenklau) und seinem Hausarzt Dr. Cornelius Klug (Christian Mische). Gemeinsam hecken sie so einiges aus und halten Nachbarschaft und Familie auf Trab ... Dr. Klug schaltet schließlich seine Schwester Frau Dr. Engel (Carola Klüber), eine erfahrene Psychologin, ein. Sodann beginnt auch schon eine intensive Therapie. Doch wer hier wirklich therapiert wird, wissen nur die Eingeweihten.

Auch Wachtmeister Buller (Hermann Kampe) wird von dem Treiben auf den Plan gerufen und er stöbert im Wohnzimmer der Jansens herum. Was er hier schließlich findet, wird vorab ebenso wenig verraten, wie die Gemeinsamkeiten von dem Herrn Pastor und Charly Fischer (Martin Scheidler), der im Rotlichtmilieu bekannt ist.

Und wenn Sie nicht wissen, was es mit hübschen Engeln und Teufeln auf sich hat, dann haben Sie das Stück nicht gesehen und etwas verpasst!

Besetzung

Wolfgang Engelbrecht als Karl-Franz Jansen
Er bekommt eine Bratpfanne auf den Kopf und behauptet von da an, Napoleon – Kaiser der Franzosen – zu sein.

Susi Toischer als Hedwig Frankenstein
Sie ist die Schwiegermutter von Karl-Franz. Würde man sie als Hausdrachen bezeichnen, so wäre das sicher noch untertrieben.

Christine Reichl als Lisbeth Jansen
Die Ehefrau von Karl-Franz. Sie steht aber ganz unter dem Regiment ihrer Mutter.

Günter Rüddenklau als Rolf Kleinschmidt
Er ist Karls bester Freund und kümmert sich gern um die "wichtigen" Dinge im Leben.

Christian Mische als Dr. Cornelius Klug
Der Hausarzt der Jansens und jetzt auch der Leibarzt des Kaisers. Er ist ein humorvoller Mediziner, der seiner Schwester einen Denkzettel verpassen will.

Carola Klüber als Dr. Constanze Engel
Die ältere Schwester von Dr. Klug. Sie ist Psychologin und glaubt, dass sie jeden durchschaut.

Hermann Kampe als Bruno Buller
Wachtmeister Buller ist für die schwierigen Ermittlungen zuständig und stets auf der Suche nach (s)einer Leiche.

Christine Rüddenklau als Marlene Stein
Sie ist einfach nur Nachbarin, aber was für eine. Sie sieht, weiß und hört Alles, aber leider nicht immer richtig.

Michaela Liese als Kim Stein
Sie ist Marlenes Tochter und sollte längst verheirate sein und Familie haben. Ihre Neugier steht der ihrer Mutter nicht viel nach.

Martin Scheidler als Pastor Fischer
Der Pfarrer der Gemeinde, der hier seine seelsorgerischen Aufgaben pflichtbewusst wahrnimmt.

Martin Scheidler auch als Charly Fischer
Das verwandtschaftliche Verhältnis zum Gemeindepfarrer lässt sich nicht leugnen. Aber Charly folgt als Zuhälter einer anderen "Berufung".

Katrin Pätzold als Mandy
Eine Dame aus dem Millieu, die eine Vorliebe für die "Dornenvögel" hat.

Lajla Sharbaji als Daisy
Ein weiterer Schützling von Charly, die zur Krönungsjungfer erkoren wird.

Herbert Toischer – Regie
Er hat den Masterplan und sorgt dafür, dass die Moritzen nicht wild durcheinanderlaufen, aber hören tun sie trotzdem nicht immer auf ihn.

Ute Rüdddenklau – Soufleuse
Sie sorgt für die Textsicherheit der Moritzen und wenn dann doch auf der Bühne mal der Einsatz fehlen sollte, hat sie den richtigen Satz parat.